SDG 14: Leben unter Wasser schützen

Gesunde Ozeane sind überlebenswichtig für unseren Planeten. Das SDG 14 fordert dazu auf, Meere, ihre Ressourcen und ihr Leben so zu schützen, dass sie auch in Zukunft erhalten bleiben.
Die Ozeane sind das Herz unseres Planeten. Sie beeinflussen unser Klima, versorgen uns mit Sauerstoff und Nahrung und geben Millionen Menschen Arbeit und Schutz. Doch mit dem aktuellen Umgang unserer Natur verschmutzt die Menschheit immer mehr Küstengewässer, viele Fischbestände sind übernutzt und empfindliche Lebensräume wie Korallenriffe sind bedroht. Das SDG 14 will bis 2030 diese negativen Veränderungen aufhalten. Das UN-Nachhaltigkeitsziel verpflichtet Staaten weltweit, die Meere besser zu schützen, nachhaltiger zu bewirtschaften und Verschmutzung und Überfischung einzudämmen. Nur so bleiben unsere Ozeane – und damit die ganze Erde – auch für kommende Generationen ein sicherer Lebensraum.
Ozeane in Gefahr
Unsere Weltmeere leiden unter verschiedensten Belastungen, die oftmals menschengemacht sind. Mittlerweile sind 40 % der Weltmeere stark von menschlichen Aktivitäten geschädigt. Ein Problem stellt die Überfischung dar. Mittlerweile sind rund ein Drittel aller weltweiten Fischbestände übernutzt. So geraten Millionen Menschen, deren Lebensgrundlage vom Fischfang abhängt, unter Druck.Auch die Verschmutzung der Ozeane nimmt dramatische Ausmasse an. Jedes Jahr gelangen schätzungsweise 5 bis 12 Millionen Tonnen Plastikabfälle ins Meer – mit verheerenden Folgen für Meerestiere, Vögel und ganze Ökosysteme. Plastik zersetzt sich nur langsam, gelangt in die Nahrungsketten und gefährdet so auch die menschliche Gesundheit.
Hinzu kommt die Versauerung der Meere. Durch steigende CO₂-Emissionen sinkt der pH-Wert des Meerwassers, was das Wachstum vieler Arten stört, vor allem von Korallenriffen. Diese artenreichen Lebensräume sind die «Kinderstube» für viele Fischarten und bereits zu rund 50 % zerstört oder stark bedroht. Mit dem Rückgang der Korallenriffe geht auch der Schutz vieler Küstenregionen verloren – Überschwemmungen und Sturmschäden nehmen zu, wodurch Küstengemeinden ihre wirtschaftliche Grundlage verlieren.
Neben den ökologischen Auswirkungen bedroht die Klimakrise ganze Volkswirtschaften: Klimabedingte Naturkatastrophen kosten jährlich Hunderte Milliarden US-Dollar. Zwischen 1998 und 2017 sind 1,3 Millionen Menschen aufgrund solcher Ereignisse gestorben, 4,4 Milliarden Menschen wurden verletzt.
Die globale Klimakrise in Zahlen:
- 30 % der weltweiten Fischbestände gelten als überfischt.
- 5 bis 12 Millionen Tonnen Plastikabfall landen jedes Jahr im Meer.
- 40 % der Weltmeere sind stark von menschlichen Aktivitäten geschädigt.
- Rund 50 % aller Korallenriffe sind bereits verloren oder stark bedroht.
Ozeane schützen mit den SDG 14 Unterzielen und Indikatoren
Ohne ein wirksames Umsteuern wird sich der kritische Zustand unserer Meere weiter verschärfen. Umso wichtiger ist es, Küsten- und Meeresökosysteme zu schützen, nachhaltig zu bewirtschaften und ihre Widerstandskraft zu stärken. Das SDG 14 soll sicherstellen, dass auch künftige Generationen von gesunden Ozeanen leben können. Um Fortschritte messbar zu machen und gezielt Massnahmen umzusetzen, hat die UN konkrete Unterziele und Indikatoren festgelegt.
Die Verschmutzung der Meere aller Art soll deutlich reduziert werden – vor allem Abfälle und Schadstoffe aus landbasierten Quellen.
Indikator 14.1.1: (a) Index der Küstenüberdüngung, (b) Dichte von Plastikabfall im Meer.
Marine und küstennahe Ökosysteme sollen so geschützt und nachhaltig genutzt werden, dass negative Auswirkungen vermieden und ihre Resilienz gestärkt wird.
Indikator 14.2.1: Das ist die Anzahl der Länder, die Ökosystem-Ansätze im Management ihrer Meeresgebiete umsetzen.
Die Auswirkungen der Ozeanversauerung sollen durch mehr wissenschaftliche Zusammenarbeit auf allen Ebenen minimiert werden.
Indikator 14.3.1: Damit ist der durchschnittliche Säuregrad (pH-Wert) des Meerwassers an repräsentativen Messstationen gemeint.
Fischbestände sollen durch effektive Regulierung, das Ende illegaler Fischerei und wissenschaftsbasierte Managementpläne nachhaltig bewirtschaftet werden.
Indikator 14.4.1: Das ist der Anteil der Fischbestände innerhalb biologisch nachhaltiger Grenzen.
Mindestens 10 % der Küsten- und Meeresgebiete sollen unter Schutz gestellt und mit wissenschaftlichem Hintergrund gemanagt werden.
Indikator 14.5.1: Das ist der Anteil der geschützten Gebiete im Verhältnis zu allen Meeresgebieten.
Subventionen, die Überfischung und illegale Fischerei fördern, sollen abgeschafft und keine neuen eingeführt werden.
Indikator 14.6.1: Der Grad der Umsetzung internationaler Instrumente gegen illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei.
Bis 2030 sollen kleine Inselstaaten und Entwicklungsländer mehr wirtschaftlichen Nutzen aus der nachhaltigen Nutzung mariner Ressourcen ziehen, beispielsweise durch nachhaltige Fischerei, Aquakultur und Tourismus.
Indikator 14.7.1: Das ist der Anteil nachhaltiger Fischerei am BIP von kleinen Inselstaaten, Entwicklungsländern und weltweit.
Fortschritte und Hürden beim Meeresschutz
Die weltweite Meereswirtschaft steht unter Druck. Trotz intensiver Bemühungen nehmen CO₂-Emissionen weiter zu und treiben die Versauerung der Meere voran. Verbesserte Kontrollen konnten die illegale Fischerei bislang nicht genug eindämmen. Lokale Kleinfischereien erhalten zwar Unterstützung, brauchen aber noch mehr Schutz. Um die Ozeane auch für künftige Generationen zu bewahren, braucht es dringend mehr Investitionen in nachhaltige Fischerei, umfassenden Meeresschutz und internationale Zusammenarbeit. Die UN-Ozeankonferenzen setzen dabei wichtige Impulse für die Umsetzung des SDG 14. Einige Fortschritte konnten damit erreicht werden, aber es gibt weiterhin Hürden beim Meeresschutz.
Widerstandsfähigkeit stärken (Ziel 13.1): Die Zahl der Todesfälle und Vermissten infolge von Naturkatastrophen sank deutlich. Trotzdem forderten Naturkatastrophen im letzten Jahrzehnt jährlich im Schnitt mehr als 41’000 Menschenleben. Gleichzeitig stieg die Zahl der direkt Betroffenen um mehr als zwei Drittel – auf durchschnittlich 124 Millionen Menschen pro Jahr. Immerhin setzen mittlerweile 131 Länder nationale Strategien zur Katastrophenvorsorge nach SDG 13 um, ein klarer Fortschritt gegenüber 57 Staaten im Jahr 2015.
Marine Ökosysteme bewahren (Ziel 14.2): 2024 arbeiteten weltweit 126 Staaten und Regionen an marinen Raumplanungs-Initiativen – ein Anstieg um 20 % gegenüber 2023. Doch erst 45 von ihnen haben verbindliche Pläne verabschiedet, um Küsten- und Meeresökosysteme langfristig zu schützen.
Versauerung stoppen (Ziel 14.3): Der Säuregrad der Meere steigt weiter an, da die CO₂-Emissionen zunehmen. Das bedroht nicht nur empfindliche Arten, sondern auch die Klimastabilität. Die Zahl der weltweiten Messstationen wuchs von 178 (2021) auf 765 (2025) – ein wichtiger Schritt, um Gegenmassnahmen aufzustellen.
Überfischung stoppen (Ziel 14.4): Noch immer sind fast 38 % der weltweiten Fischbestände überfischt. Das sind sogar mehr als noch im Jahr 2019 mit 35,4 %. Die erhoffte Trendwende ist damit nicht eingetroffen.
Illegale Fischerei bekämpfen (Ziel 14.6): Anfang 2025 hatten 78 Staaten – 65 % aller Küstenländer – das Abkommen zu Hafenmassnahmen gegen illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei offiziell angenommen und umgesetzt. Der weltweite Umsetzungsgrad liegt stabil bei 4 von 5 Punkten. Das ist ein Fortschritt gegenüber 3 von 5 im Jahr 2018.
Mit SDG 14 die Meere retten
Um das SDG 14 zu erreichen, braucht es die gemeinsame Anstrengung aller Staaten, Organisationen und Menschen. Obwohl die Schweiz als Binnenland nur begrenzt direkten Einfluss auf die Meere hat, übernimmt auch sie Verantwortung. Dank moderner Abwasserreinigungsanlagen gelangen weniger Nährstoffe in Schweizer Flüsse und Seen, was am Ende auch die Meere schützt. Regulationen sorgen dafür, dass illegal gefangener Fisch gar nicht erst in den Handel kommt. Und international setzt sich die Schweiz dafür ein, dass es klare Regeln für die Nutzung der Ozeane gibt und schädliche Fischereisubventionen abgeschafft werden.
Auch Schweizer NGOs, Stiftungen und gemeinnützige Organisationen auf SpendenSchweiz setzen sich für das Leben unter Wasser ein. Die Turtle Foundation beispielsweise schützt bedrohte Meeresschildkröten auf Kap Verde vor Wilderei. Ranger überwachen Niststrände, gefährdete Nester werden geschützt und Strände von Plastik befreit. Die Stiftung lernt ausserdem Kindern und Jugendlichen, warum der Schutz der Schildkröten so wichtig ist.
KYMA sea conservation & research vermittelt, wie wir alle mit unserem Konsumverhalten dazu beitragen können, die Ozeane zu entlasten. Der Verein sensibilisiert die Öffentlichkeit für den Zustand der Meere und bringt das Thema durch Bildungsangebote an Schulen, in Vereine und Unternehmen und setzt sich mit konkreten Schutzprojekten für gesunde Meere ein.