SDG 13: Massnahmen zum Klimaschutz

SDG 13: Massnahmen zum Klimaschutz – Nachhaltige Entwicklungsziele der Vereinten Nationen — © UNO

Unser aktuelles Konsumverhalten überlastet die natürlichen Systeme. Obwohl sich ein grosser Teil der Weltbevölkerung des Problems bewusst ist, steigen der Materialverbrauch und die Umweltbelastungen in vielen Regionen weiter. Weltweit werden Luft, Wasser und Böden verschmutzt. Der Rohstoffbedarf nimmt besonders in Ostasien stark zu. Damit unser Planet noch lang lebenswert bleibt, braucht es einen grundlegenden Wandel. Genau das will das 13. UN-Nachhaltigkeitsziel umsetzen. Und zwar, indem es wirtschaftliche Entwicklung und Umweltschutz miteinander verbindet durch nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster, weniger Ressourcenverbrauch und Umweltverschmutzung. 

Die Klimakrise kennt keine Grenzen

Die globale Erwärmung verändert das Klimasystem im Eiltempo. Seit 1990 sind die weltweiten Treibhausgasemissionen um mehr als 50 % gestiegen. Der Meeresspiegel ist seit 1880 rund 20 cm höher und könnte bis 2100 um weitere 30 bis 122 cm steigen. Schon heute ist die Durchschnittstemperatur durch die globale Erwärmung um rund 1 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau gestiegen.

Die Folgen des Klimawandels machen vor keiner Landesgrenze Halt. Besonders stark betroffen sind Länder des Globalen Südens, kleine Inselstaaten sowie Regionen in Afrika und Südasien. Dort verlieren die Menschen wegen Dürren, Überschwemmungen, Stürmen und des Anstiegs des Meeresspiegels besonders häufig ihre Ernten, Infrastruktur, oder ganze Lebensgrundlagen.

Neben den ökologischen Auswirkungen bedroht die Klimakrise ganze Volkswirtschaften: Klimabedingte Naturkatastrophen kosten jährlich Hunderte Milliarden US-Dollar. Zwischen 1998 und 2017 sind 1,3 Millionen Menschen aufgrund solcher Ereignisse gestorben, 4,4 Milliarden Menschen wurden verletzt.

Die globale Klimakrise in Zahlen:

  • Seit 1990 sind die Treibhausgasemissionen um mehr als 50 % gestiegen.
  • Der Meeresspiegel ist seit 1880 rund 20 cm höher.
  • Er könnte bis 2100 um weitere 30 bis 122 cm steigen.
  • Seit dem vorindustriellen Zeitalter ist die Durchschnittstemperatur bereits um ca. 1 °C gestiegen.
  • Klimabedingte Naturkatastrophen kosten jährlich Hunderte Milliarden US-Dollar.
  • Zwischen 1998 und 2017 sind 1,3 Millionen Menschen aufgrund von Naturereignissen gestorben, 4,4 Milliarden Menschen wurden verletzt.

Klimaschutz sichern mit den «SDG 13 Targets and Indicators»

Wenn das SDG 13 greift, könnten wir den weltweiten Temperaturanstieg auf 1,5 °C begrenzen. Dafür müssten wir die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 45 % senken und bis 2050 Netto-Null erreichen. Die Klimaschutzmassnahmen lohnen sich aber auch wirtschaftlich. Sie könnten bis 2030 mindestens 26 Billionen US-Dollar an Vorteilen bringen und rund 18 Millionen neue Arbeitsplätze schaffen, vor allem im Bereich der erneuerbaren Energien. Um diese Fortschritte messbar zu machen und die Umsetzung voranzutreiben, hat die UN die SDG 13 Unterziele und Indikatoren definiert. 

Alle Länder sollen ihre Resilienz gegenüber klimabedingten Gefahren und Naturkatastrophen verbessern und ihre Anpassungsfähigkeit ausbauen.

Indikator 13.1.1: Das ist die Zahl der Todesopfer, Vermissten und direkt Betroffenen durch Katastrophen pro 100’000 Einwohner.

Indikator 13.1.2: Die Zahl der Länder mit nationalen Strategien zur Katastrophenvorsorge gemäss dem Sendai-Rahmenwerk 2015 bis 2030.

Indikator 13.1.3: Das ist der Anteil der lokalen Regierungen, die lokale Strategien zur Katastrophenvorsorge verabschiedet und umgesetzt haben.

Massnahmen zum Klimaschutz sollen fest in nationale Politiken, Strategien und Planungen eingebunden werden.

Indikator 13.2.1: Das ist die Zahl der Länder mit national festgelegten Beiträgen (NDCs), langfristigen Strategien, nationalen Anpassungsplänen und Anpassungskommunikationen, wie an das UNFCCC-Sekretariat berichtet.

Indikator 13.2.2: Damit ist die gesamte jährliche Treibhausgasemissionen eines Landes gemeint.

Bildung, Bewusstsein und menschliche sowie institutionelle Kapazitäten sollen gestärkt werden – für Klimaschutz, Anpassung, Risikominderung und Frühwarnung.

Indikator 13.3.1: Das ist der Grad, in dem (i) Bildung für globale Bürgerschaft und (ii) Bildung für nachhaltige Entwicklung in (a) nationale Bildungspolitik, (b) Lehrpläne, (c) Lehrerausbildung und (d) Bewertung der Lernenden integriert sind. 

Wo wir beim Klimaschutz und SDG 13 stehen

Trotz der alarmierenden Entwicklungen des Weltklimas zeigen Fortschritte bei der Umsetzung des SDG 13, dass kollektives Handeln wirkt. Jede noch so minime Verringerung des Temperaturanstiegs ist entscheidend, um irreversible Schäden für Mensch und Natur zu verhindern. Die Weltklimakonferenz COP 29 setzte 2024 neue Impulse: Die Staaten einigten sich auf ein neues globales Finanzierungsziel für den Klimaschutz, schlossen Leitlinien zur Umsetzung des Artikel 6 des Pariser Abkommens ab und beschlossen weitere Zusagen für Klimaanpassung, Emissionsminderung sowie den Ausgleich von Verlusten und Schäden.

Widerstandsfähigkeit stärken (Ziel13.1): Die Zahl der Todesfälle und Vermissten infolge von Naturkatastrophen sank deutlich. Trotzdem forderten Naturkatastrophen im letzten Jahrzehnt jährlich im Schnitt mehr als 41’000 Menschenleben. Gleichzeitig stieg die Zahl der direkt Betroffenen um mehr als zwei Drittel – auf durchschnittlich 124 Millionen Menschen pro Jahr. Immerhin setzen mittlerweile 131 Länder nationale Strategien zur Katastrophenvorsorge nach SDG 13 um, ein klarer Fortschritt gegenüber 57 Staaten im Jahr 2015.

Klimaschutz in nationale Strategien integrieren (Ziel13.2): 2024 war das erste Jahr, in dem die globale Temperatur dauerhaft die 1,5-Grad-Grenze überschritt. Es war das wärmste Jahr seit 175 Jahren aufgrund von Faktoren wie steigende Treibhausgasemissionen oder El Niño. Die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre blieb auf dem höchsten Stand seit über 2 Millionen Jahren und lag 151 % über dem vorindustriellen Niveau.

Jetzt zum Klimaschutz beitragen

Auch die Schweiz spürt die Folgen des Klimawandels direkt. Schmelzende Gletscher, vermehrte Hitzetage und steigende Naturgefahren stellen unsere Umwelt vor grosse Herausforderungen. Mit dem Pariser Abkommens hat sich die Schweiz verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 im Vergleich zu 1990 um mindestens zu halbieren. Spätestens 2050 soll die Schweiz klimaneutral sein. Um diese Ziele zu erreichen, setzt der Bund auf verschiedene Massnahmen wie CO₂-Abgaben oder den Ausbau erneuerbarer Energien.

Genau so wichtig ist es, andere Länder – vor allem Entwicklungsländer – und internationale Projekte beim Klimaschutz zu unterstützen. Viele Schweizer Funders und Nonprofits leisten mit innovativen Projekten weltweit einen entscheidenden Beitrag zur Umsetzung des SDG 13.

WOCEN – Women Climate Entrepreneurs stärkt Unternehmerinnen im globalen Süden, die den Klimaschutz vorantreiben, Armut bekämpfen und Frauen fördern. Durch gezielten Business Development Support, Darlehen und Fördermittel werden Kleinunternehmen zu lokalen Motoren für Klimagerechtigkeit und soziale Transformation. Die Unternehmerinnen bauen dadurch Betriebe auf, die nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich und gesellschaftlich wirken.

MYBLUEPLANET motiviert Menschen in der Schweiz zu einem klimafreundlichen Lebensstil. Mit praxisnahen Projekten wie der Klimaschule, dem ClimateLab oder dem Programm ClimateActions 4 Companies bringt die Organisation Klimaschutz in Schulen, Unternehmen und Gemeinden. Ihre Initiativen regen zum Umdenken an, schaffen Bewusstsein und zeigen, wie jede und jeder Einzelne CO₂ einsparen kann.