SDG 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

SDG 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele – Nachhaltige Entwicklungsziele der Vereinten Nationen — © UNO

Die Sustainable Development Goals (SDGs) sind ein weltweiter Aufruf der Vereinten Nationen, Armut zu beenden, den Planeten zu schützen und allen Menschen bis 2030 ein Leben in Frieden und Wohlstand zu ermöglichen. Dabei wirken sich Fortschritte in einem Bereich immer auch auf andere aus. Denn nachhaltige Entwicklung kann erst einsetzen, wenn soziale, wirtschaftliche und ökologische Aspekte miteinander verbunden werden. Eine erfolgreiche Umsetzung der Agenda 2030 hängt deshalb davon ab, wie Regierungen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen.

Genau darauf zielt das «SDG 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele» ab. Das letzte UN-Nachhaltigkeitsziel fordert dazu auf, dass Länder, Unternehmen, Organisationen und die Zivilgesellschaft weltweit zusammenarbeiten. Nur wenn Know-how, Technologie und finanzielle Mittel geteilt und mobilisiert werden, können transformative Veränderungen stattfinden – vor allem in Entwicklungsländern, die oft am stärksten auf Unterstützung angewiesen sind. Dafür braucht es weltweit langfristige Investitionen in nachhaltige Energie, Infrastruktur, Mobilität sowie Informations- und Kommunikationstechnologien.

Fehlende Mittel für die Erreichung von SDG 17

Doch die Realität zeigt: Viele Länder sind noch weit davon entfernt, ausreichend Mittel für die Erreichung des SDG 17 bereitzustellen. Die öffentliche Entwicklungshilfe (Official Development Assistance, ODA) blieb mit 147,2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2017 stabil. Das war aber deutlich unter dem international vereinbarten Ziel von 0,7 % des Bruttonationaleinkommens. 2016 erreichten nur sechs Staaten diese Marke. Gleichzeitig werden humanitäre Krisen durch Konflikte und Naturkatastrophen immer häufiger und erfordern zusätzliche Ressourcen.

Ohne massive Investitionen können die 17 Nachhaltigkeitsziele also nicht erreicht werden. Nach Schätzungen der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) werden weltweit 5 bis 7 Billionen US-Dollar pro Jahr benötigt, um die SDGs umzusetzen. Neben staatlicher Hilfe spielen auch private Geldflüsse eine zentrale Rolle. Allein im Jahr 2017 gingen 613 Milliarden US-Dollar an Auslandsüberweisungen an Familien in Entwicklungsländern. Ausserdem gewinnen nachhaltige Geldanlagen an Bedeutung: Bereits 2016 waren weltweit 18,2 Billionen US-Dollar in verantwortungsvolle Investments investiert. Der Markt für grüne Anleihen stieg 2018 auf 155,5 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 78 % gegenüber dem Vorjahr.

Was auch Chancen bietet, ist die zunehmende globale Vernetzung. Ein besserer Zugang zu Technologie und Wissen macht es möglich, Ideen zu teilen und Innovationen voranzutreiben. Um Entwicklungsländer nachhaltig zu stärken, braucht es eine koordinierte Schuldenpolitik, faire Handelsbedingungen und Investitionen in zukunftsfähige Infrastrukturen wie nachhaltige Energie, Mobilität sowie Informations- und Kommunikationstechnologien. Ziel ist ein gerechtes, offenes Handelssystem, das allen zugutekommt – und so entscheidend dazu beiträgt, die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben zu füllen.

Die globale Klimakrise in Zahlen:

  • 5 bis 7 Billionen US-Dollar werden jährlich benötigt, um die SDGs zu erreichen.
  • 147,2 Milliarden US-Dollar betrug die weltweite Entwicklungszusammenarbeit 2017.
  • 613 Milliarden US-Dollar an Auslandsüberweisungen gingen 2017 an Familien in Entwicklungsländern.
  • 18,2 Billionen US-Dollar sind 2016 in nachhaltige und verantwortungsvolle Investments geflossen.
  • 155,5 Milliarden US-Dollar betrug das Volumen grüner Anleihen 2018.
  • Das sind 78 % mehr als 2017.

Die SDG 17 Unterziele und Indikatoren

Nur starke und faire Partnerschaften bringen die Welt bei der Agenda 2030 wirklich voran. Um Fortschritte messbar zu machen, hat die UN auch für das SDG 17 konkrete Unterziele und Indikatoren definiert. Sie decken alle Bereiche ab, die Partnerschaften wirksam und nachhaltig machen.

Entwicklungsländer sollen ihre Steuereinnahmen und andere staatliche Einnahmen verbessern können, unterstützt durch internationale Zusammenarbeit.

Indikator 17.1.1: Die Gesamtstaatseinnahmen im Verhältnis zum BIP (nach Quelle).

Indikator 17.1.2: Bezeichnet den Anteil des Haushalts, der durch inländische Steuern finanziert wird.

Industrienationen sollen ihr Versprechen erfüllen, mindestens 0,7 % ihres Bruttonationaleinkommens für Entwicklungshilfe bereitzustellen.

Indikator 17.2.1: Das ist die nettobetrachtete Entwicklungshilfe im Verhältnis zum BNE der OECD-Geberstaaten.

Es sollen zusätzliche Finanzmittel aus verschiedenen Quellen für Entwicklungsländer gewonnen werden, zum Beispiel durch Investitionen oder Rücküberweisungen.

Indikator 17.3.1: Damit sind mobilisierte zusätzliche Finanzmittel für Entwicklungsländer gemeint.

Indikator 17.3.2: Das sind Rücküberweisungen (in USD) im Verhältnis zum gesamten BIP.

Entwicklungsländer sollen durch Schuldenmanagement, Entschuldung und Umschuldung langfristig tragfähige Schuldenstände erreichen.

Indikator 17.4.1: Der Schuldendienst im Verhältnis zu Exporten von Waren, Dienstleistungen und Primäreinkommen. 

Speziell für die am wenigsten entwickelten Länder sollen Investitionsförderungsprogramme umgesetzt werden.

Indikator 17.5.1: Bezeichnet die Anzahl der Länder mit solchen Programmen.

Internationale Kooperation soll den Zugang zu Wissenschaft, Technologie und Innovationen verbessern – besonders durch Nord-Süd- und Süd-Süd-Partnerschaften.

Indikator 17.6.1: Das ist die Anzahl der Breitbandanschlüsse pro 100 Einwohner (nach Geschwindigkeit).

Umweltfreundliche Technologien sollen zu günstigen Bedingungen in Entwicklungsländer transferiert werden.

Indikator 17.7.1: Damit ist das Finanzierungsvolumen für die Entwicklung und Verbreitung umweltfreundlicher Technologien gemeint.

Ein Technologiezentrum für die am wenigsten entwickelten Länder soll etabliert werden.

Indikator 17.8.1: Bezeichnet den Anteil der Bevölkerung mit Internetzugang.

Internationale Unterstützung soll helfen, durch Know-how-Transfer und Zusammenarbeit nationale Pläne umzusetzen.

Indikator 17.9.1: Die Höhe der zugesagten öffentlichen Entwicklungshilfe für den Kapazitätsaufbau.

Ein gerechtes, regelbasiertes multilaterales Handelssystem unter der WTO soll gestärkt werden.

Indikator 17.10.1: Bezeichnet die weltweit gewichteten Durchschnittszölle.

Besonders die ärmsten Länder sollen ihre Exporte signifikant erhöhen. 

Indikator 17.11.1: Das ist der Anteil der Entwicklungsländer und der am wenigsten entwickelten Länder an den weltweiten Exporten. 

Der Zugang zu zoll- und quotenfreiem Marktzugang für die ärmsten Länder soll nachhaltig sichergestellt werden.

Indikator 17.12.1: Das sind die Durchschnittszölle, die Entwicklungsländer und kleine Inselstaaten betreffen.

Makroökonomische Stabilität durch internationale Koordination soll gefördert werden.

Indikator 17.13.1: Das ist dasmakroökonomische Dashboard.

Politische Kohärenz für nachhaltige Entwicklung soll gestärkt werden.

Indikator 17.14.1: Das ist die Anzahl der Länder mit Mechanismen zur Förderung von Politikkohärenz.

Jedes Land soll seinen eigenen Handlungsspielraum für Armutsbekämpfung und nachhaltige Entwicklung wahren.

Indikator 17.15.1: Das ist der Grad der Nutzung ländereigener Planungs- und Bewertungsrahmen durch Geber.

Partnerschaften zwischen Staaten, Unternehmen, Zivilgesellschaft und Wissenschaft sollen gefördert werden.

Indikator 17.16.1: Meint die Zahl der Länder, die Fortschritte bei der Wirksamkeit solcher Partnerschaften verzeichnen.

Staatliche, öffentliche und zivilgesellschaftliche Partnerschaften sollen weiter ausgebaut werden.

Indikator 17.17.1: Das ist die Höhe der Mittel für öffentlich-private Partnerschaften in Infrastrukturprojekten.

Die statistische Erfassung relevanter Daten soll in Entwicklungsländern gestärkt werden.

Indikator 17.18.1: Damit sind die Statistik-Indikatoren gemeint.

Indikator 17.18.2: Das ist dieZahl der Länder mit nationaler Statistikgesetzgebung nach UN-Standards.

Indikator 17.18.3: Bezeichnet die Zahl der Länder mit voll finanziertem nationalem Statistikplan.

Neue Messgrössen sollen Fortschritte nachhaltiger Entwicklung ergänzen und die Statistik-Kapazität von Entwicklungsländern stärken.

Indikator 17.19.1: Das ist die Höhe der Mittel für den Aufbau statistischer Kapazitäten

Indikator 17.19.2: Damit ist der Anteil der Länder mit Volkszählungen, Geburten- und Sterberegistrierung gemeint.

Fortschritt bei der Umsetzung von Partnerschaften mit SDG 17

Globale Partnerschaften sind das Rückgrat für die Umsetzung aller UN-Nachhaltigkeitsziele. Auch beim SDG 17 zeigen sich trotz dieser Zusammenarbeit neben wichtigen Fortschritten einige Hürden, die es weiterhin zu überwinden gilt. Während die Finanzflüsse in Entwicklungsländer insgesamt gestiegen sind, belasten Rekordschulden und Investitionslücken viele Volkswirtschaften, besonders in einkommensschwachen Regionen. Und obwohl weltweit immer mehr Menschen Zugang zu modernen Informations- und Kommunikationstechnologien erhalten, hinken ärmere Länder weiterhin hinterher.

Nationale Einnahmen stärken (Ziel 17.1): 2023 machten die Staatseinnahmen weltweit durchschnittlich rund ein Drittel der gesamten Wirtschaftsleistung (BIP) aus. In Industrieländern liegt der Steueranteil bei etwa 25 % des BIP. In Schwellen- und Entwicklungsländern sind es nur 18 % – und das schon seit Jahren ohne grossen Anstieg. Nach einem Einbruch durch die Corona-Pandemie erholten sich die Steuereinnahmen wieder etwas, bleiben aber in vielen Regionen unter Vorkrisenniveau. In vielen Ländern bleibt es schwierig, genug Steuern einzunehmen, um wichtige öffentliche Aufgaben zu finanzieren.

Entwicklungshilfezusagen einhalten (Ziel 17.2): 2024 haben die OECD-Mitgliedsländer insgesamt 212,1 Milliarden US-Dollar an Entwicklungshilfe geleistet – das sind 7,1 % weniger als im Jahr davor und der erste Rückgang seit fünf Jahren. Gründe dafür sind unter anderem geringere Beiträge an internationale Organisationen, weniger Hilfen für die Ukraine oder weniger Ausgaben für Geflüchtete. Trotz dieses Rückgangs liegt die Hilfe noch immer 23 % über dem Stand von 2019. Um jedoch das Ziel zu erreichen, 0,7 % des eigenen Nationaleinkommens für Entwicklungshilfe bereitzustellen, müssen die Länder ihre Zusagen verlässlicher umsetzen.

Weitere Finanzquellen mobilisieren (Ziel 17.3): Im Jahr 2023 erhielten Entwicklungsländer 303 Milliarden US-Dollar aus offiziellen Quellen plus 58,7 Milliarden aus privatem Kapital. Das ist mehr als noch 2019, vor allem, weil mehr günstige Kredite vergeben wurden. Auch die weltweiten Investitionen von Unternehmen (FDI) stiegen 2024 um 11 % auf geschätzt 1,4 Billionen US-Dollar. Ohne Umleitungen über europäische Finanzzentren wären sie allerdings um 8 % kleiner ausgefallen. Problematisch ist, dass für zentrale Bereiche wie Infrastruktur, Landwirtschaft und Wasserversorgung heute weniger internationale Investitionen bereitstehen als noch 2015. Geldsendungen von Personen im Ausland an ihre Familien im Herkunftsland (Remittances) sind weiter gewachsen. 2023 lagen sie bei 861 Milliarden US-Dollar.

Schulden nachhaltig managen (Ziel 17.4): 2023 erreichten die Schuldendienstkosten für Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen ein Rekordhoch mit 1,4 Billionen US-Dollar. Während Tilgungen leicht stiegen, kletterten die Zinszahlungen um über 37 % auf über 405 Milliarden – ein historischer Höchststand. Damit werden mittlerweile fast 15 % der Exporteinnahmen dieser Länder nur dafür ausgegeben, Schulden zu bedienen. Ohne Schuldenerlasse und neue Entschuldungsprogramme drohen viele Länder in eine dauerhafte Schuldenkrise zu geraten.

Investitionsförderung ausbauen (Ziel 17.5): 2024 verfügten weltweit 51 Länder über Mechanismen zur Förderung ausländischer Direktinvestitionen (FDI). 27 Staaten – vier mehr als 2023 – setzen dabei gezielt auf Investitionen in Entwicklungsländer, um deren Zugang zu Kapital zu verbessern. Das ist zwar ein Fortschritt, bleibt aber hinter dem globalen Bedarf zurück.

Zugang zu Technologie ausbauen (Ziel 17.6): Die Zahl der Festnetz-Breitbandanschlüsse stieg zwischen 2015 und 2024 jährlich um 6,3 % auf 20 Anschlüsse pro 100 Einwohner. Doch einkommensschwache Länder hinken weiter hinterher, weil die nötige Infrastruktur fehlt und Preise hoch bleiben. Hier sind weiterhin massive Investitionen nötig, um digitale Kluften zu überwinden.

Technologie und Innovation fördern (Ziel 17.8): 2024 nutzten 68 % der Weltbevölkerung das Internet. Im Vorjahr waren es nur 65 % und nur 40 % im Jahr 2015. Dennoch bleiben 2,6 Milliarden Menschen offline. Vor allem in ländlichen Regionen fehlt oft bezahlbarer Internetzugang, wodurch das Ziel der universellen Nutzung weiter in die Ferne rückt.

Exporte aus Entwicklungsländern steigern (Ziel 17.11): 2023 machten Binnenentwicklungsländer und die am wenigsten entwickelten Länder nur 1,1 % der weltweiten Warenexporte aus. Das ist zwar ein kleiner Fortschritt seit 2015, aber weit entfernt von der Zielmarke, den Anteil zu verdoppeln.

Daten und Statistik verbessern (Ziel 17.18): Die Erhebung von SDG-Daten hat sich seit der Pandemie verbessert. 2024 überschritt der weltweite Open Data Inventory Score erstmals die 50-Punkte-Marke, vor allem durch Fortschritte bei Wirtschafts- und Umweltdaten. Bei sozialen Daten gibt es weiter Lücken. Die Zahl der Länder mit gesetzlich verankerten Statistikstandards stieg von 132 (2019) auf 159 (2024). 137 Länder haben mittlerweile einen nationalen Statistikplan, davon sind 95 vollständig finanziert. Trotzdem kämpfen viele Staaten weiterhin mit unsicheren Finanzierungen und veralteten Datensystemen.

Statistik-Kapazitäten finanzieren (Ziel 17.19): 2022 wurden weltweit 875 Millionen US-Dollar zur Stärkung statistischer Kapazitäten in Entwicklungsländern bereitgestellt – das sind fast 50 % mehr als 2015. Neu hinzugekommene Geldgeber wie Stiftungen und Nicht-OECD-Staaten spielen dabei eine wachsende Rolle. Trotzdem bleibt der Mittelbedarf hoch, um verlässliche und zeitnahe Daten für alle SDGs bereitzustellen.

Mit SDG 17 die UN-Nachhaltigkeitsziele erreichen

Die Umsetzung des SDG 17 lebt davon, dass Regierungen, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und internationale Organisationen zusammenarbeiten. Durch nationale Netzwerke, Dialoge und Austauschplattformen macht sich auch die Schweiz für diese Partnerschaften stark. Auch international setzt sich die Schweiz in der UNO, in Finanzinstitutionen und Multi-Stakeholder-Partnerschaften dafür ein, dass globale Handelsregeln fair bleiben, Entwicklungshilfe verlässlich fliesst und auch privates Kapital für nachhaltige Entwicklung mobilisiert wird.

Dabei spielt auch der dritte Sektor eine entscheidende Rolle. Auf SpendenSchweiz.ch tragen tausende Organisationen aktiv zur Erreichung der verschiedenen SDGs bei. Die Organisation MAF Schweiz (Mission Aviation Fellowship) beispielsweise hilft Menschen abgelegenen Regionen sich mit dem Rest der Welt zu verbinden. Denn Isolation ist für Millionen Menschen ein Hindernis für Entwicklung. Mit Kleinflugzeugen bringt die Organisation medizinische Hilfe, wichtige Güter und Fachkräfte dorthin, wo Strassen fehlen oder unpassierbar sind. So bricht MAF Schweiz Armutskreisläufe auf, indem sie den Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und sauberem Wasser sichert.